Pangäa

Freitag, 1. Dezember 2006

Nemesis

Mammi, Kommandantin des Antiker Raumschiffes "Nemesis" und auf Sippar, Erde, ehemals verehrt als Muttergöttin, las noch einmal in Ruhe die Nachricht von Enlil, die sie vor Kurzem empfangen hatte.
Nach dem erneuten Lesen las sie die Nachricht noch einmal, um wirklich ganz sicher zu gehen, alles richtig verstanden zu haben.
Sie hatte alles beim ersten Mal lesen bereits richtig verstanden. Dennoch konnte sie es noch immer nicht ganz fassen, was Enlil ihr und ihrer Crew abverlangte. Sie sah ein, dass es eine wichtige Mission war um die Gesamtmission nicht zu gefährden, dennoch klang es teils absurd. Aber leider ergab alles einen Sinn. Alles was die Elohim über Nehemiah wussten, sprach dafür, dass die neue Mission der Nemesis rein technisch gesehen funktionieren würde.
Dennoch gefiel es ihr nicht.
Sie ging auf die Brücke und befahl dem Piloten den Orbit von Eridu-Phesh, das nun mehr wieder Bad-Tibira genannt wurde, zu verlassen.
Dies wurde prompt ausgeführt und das Raumschiff entfernte sich von Bad-Tibira. Auf den Befehl von Mammi wurden jegliche Maschinen gestoppt und die Brückenmannschaft sah ihre Kommandantin erwartungsvoll an, neue Anweisungen abwartend.
Mammi sah ernst und nachdenklich aus, als sie zu ihrem Kontrollpult ging.
Sie drückte ein paar Tasten, gab Sicherheitscodes ein und wartete mit dem letzten, den Befehl bestätigenden Tastendruck, und sah noch einmal auf, in die Augen ihrer Crew.
"Wir haben eine neue Mission" begann sie ruhig, "Diese ist äußerst wichtig und wurde uns von Enlil persönlich anvertraut. Dies ist keine gewöhnliche Mission und sie erfordert Opfer. Opfer unsererseits...es tut mir leid"
In diesem Moment drückte sie die Bestätigungstaste und das Raumschiff "Nemesis" ging in einer Explosion unter, ausgelöst durch dessen Selbstzerstörung.

To God or not to God

Planet Eridu
Abend


Amelia hatte sich mit Theron, dem jungen Studenten, an diesem Abend in einem feinen eridanischen Restaurant verabredet. Nachdem sie den Hauptgang (synthetisches Fleisch mit einer raffinierten Sauce und gemischten Gemüse) und gewisse Floskeln wie „Ich finde du siehst heute besonders hübsch aus, Amelia“ „Ja von mir aus“ hinter sich gebracht hatten, konnte Amelia die Diskussion vor ein paar Tagen noch immer nicht vergessen.
„Du glaubst also an einen Gott“ sagte sie in vorwurfsvollen Ton zu Theron, der daraufhin einfach nur lächelnd nickte.
„Wir wissen nun soviel über dieses Universum, ja, sogar dass es noch mehrere gibt und diese von einem kleinen Balg kontrolliert werden. Wir wissen, dass Götter mehr oder minder nur eine Farce sind, wir haben so viele Gesetze der Natur gebogen und teilweise gebrochen und nach unserem Gutdünken neu geordnet und dennoch glaubst du an eine höhere Macht, einen Gott?!“ fragte sie entsetzt und ungläubig.
„Ja“ antwortete ihr Theron, „Ich weiß wir haben viel erreicht. Aber ich denke, wir haben das alles nur mit der Hilfe beziehungsweise Gnade von Gott erreichen können oder dürfen.“
„Oho, erreichen dürfen! Ich denke nicht, dass wir uns vor einer höheren Macht verantworten müssen für unseren Forschungs- und Wissensdrang. Vor uns selbst ja, aber nicht vor etwas Unsichtbarem wie einem wirklichen Gott“ sagte Amelia und nahm einen Schluck von ihrem Getränk.
„Vielleicht müssen wir das ja schon die ganze Zeit und merken es nur nicht“
Amelia stellte ihr Glas wieder auf den Tisch und fragte „Wie meinst du das denn jetzt?“
„Nun, jedes Mal wenn ich mir eine Injektion zur Lebensverlängerung gebe, frage ich mich, ob das nicht sozusagen gegen Gottes Wille ist. Immerhin hat er unsere Lebenszeit festgelegt und ich frage mich, ob ihm diese künstliche Verlängerung nicht zu wider ist und er eine Art Sicherung eingebaut hat in uns, damit wir dies nicht tun oder nicht so freudig, wie wir uns das vorstellen“ antwortete Theron und sah Amelia eindringlich an dabei.
„Was für eine Sicherung denn?!“ entfuhr es Amelia leicht wütend bereits.
„Ungefähr so wie: Die, die ewig leben, werden auch ewig leiden.“
„Also ich fühl mich nicht leidend!“ sagte Amelia zu Theron und wollte ihn damit vom Gegenteil überzeugen. Doch ein kleiner Teil ihres Unterbewusstseins wusste, dass sie mit dieser Aussage hoffte, sich selbst davon zu überzeugen sie sei wahr.
„Jetzt vielleicht noch nicht, aber stell dir vor: All diese kleinen Leiden im Leben und auch die größeren, diese ausgebreitet auf so eine lange Lebenszeit wie wir sie jetzt haben. Zwar gibt es auch positive Momente, um dem entgegenzuwirken, aber ich stell mir vor, dass sich dennoch irgendwo in uns etwas aufsummieren und immer mehr verstärken wird dadurch. Das unser Leid unbewusst immer weiter wachsen wird, dass wir es eventuell schon geistig verdrängen und dass es irgendwann Klick machen wird und wir aus dem Traum aufwachen. Das uns Gott zeigen wird, was wir angerichtet haben.“
„So ein Blödsinn“ sagte Amelia leicht eingeschnappt. Doch der Keim des Zweifels hatte sich nun durch Theron in ihr Unterbewusstsein eingepflanzt und würde nicht so rasch wieder von alleine abziehen.
„Ja, das ist halt deine Meinung. Ich denke mir nur, wir können und dürfen uns auch nicht alles erlauben beziehungsweise mit allem leichtfertig herumspielen.“
„Weißt du“ sagte Amelia etwas ernster nach einem weiteren Schluck aus ihrem Glas, „mein Vater ist viel auf Missionen unterwegs und er hat mir erzählt, dass er auf Sippar zum Beispiel wie eine Art ... Gott .. verehrt wurde. Jedenfalls kam es ihm so vor. Die unterentwickelten Wesen dort sahen all die Macht die er hatte und dachten zwangsläufig er sei eine Art gottgleiches Wesen oder Gott selbst und erhofften sich Antworten und Ratschläge von ihm, die Wahrheit über alles und so weiter. Doch natürlich konnte und wollte er es nicht geben, da er selbst nicht fehlerfrei ist und weit davon entfernt so etwas wie dein Gott zu sein. Und wenn solche Wesen sich bereits schon so leicht täuschen lassen, dann denke ich, dass dein hoher Gott vielleicht auch nur eine Täuschung unsererseits ist und man deshalb sehr vorsichtig an das Thema herangehen muss“.
„Da könntest du recht haben. Aber das Wichtige am Glauben ist ja, dass man es nicht wirklich weiß, sondern, dass man einfach nur blind glaubt.“
„Blindes Vertrauen kann aber zu viel Leid führen“ sagte Amelia.
„Ebenso der blinde Glaube an die eigene Obermacht über alles und jeden“ konterte Theron geschickt.
„Einigen wir uns darauf, dass wir es beide nicht so genau wissen und du die Rechnung zahlst“ entfuhr es Amelia, um rasch vom unangenehmen Thema abzulenken.
„Ähm, okay“ antwortete Theron kurz verwirrt, doch als Gentleman war das sowieso von vorhinein klar für ihn gewesen.
Theron rief den Kellner zu sich und gab ihm ein ordentliches Trinkgeld, um vor Amelia nicht wie ein knausriger Kerl zu wirken.
Beide gingen zum Ausgang und das Angebot von Theron, Amelia sicher nach Hause zu begleiten wurde abgelehnt. Sie rief sich ein Taxi und als dieses ankam, verabschiedete sich kurz, packte Theron jedoch dann unerwartet und drückte ihm einen Kuss auf.
„Wenn du jemandem davon erzählst, bring ich dich um“ drohte sie und fuhr davon, den glücklich strahlenden Theron zurücklassend.

Mittwoch, 29. November 2006

Lagebericht

Das Raumschiff „Excalibur“ der Elohim, den anderen Rassen nur noch als Antiker bekannt, befand sich tief unter der Wasseroberfläche des Indischen Ozeans und ruhte auf dem Meeresgrund.
Im privaten Raum des Captains Enlil saß Enlil auf seinem Stuhl vor seinem Schreibtisch und starrte verbissen als auch depressiv ein Bild auf seinem Schreibtisch an. Das Bild zeigte eine junge Frau die auf einer Wiese stand und in die Kamera lächelte und Enlil betrachtete es melancholisch.
„Ich werden die Kaltherzigkeit von Schicksal wieder gut machen, versprochen...“ seufzte er leise und lehnte sich in seinem Stuhl zurück.
Einige Momente später öffnete er die oberste Lade seines Schreibtisches und holte ein Injektionsgerät hervor. Er suchte zwischen unzähligen Ampullen gefüllt mit unterschiedlich gefärbten Flüssigkeiten die richtige heraus und krempelte seinen Ärmel hoch. Daraufhin legte er die Ampulle in das Injektionsgerät ein und injizierte sich die Flüssigkeit in seine Venen, dabei müde lächelnd.
In diesem Augenblick öffnete sich die Tür des Raums und ein Offizier trat herein, der die Szene kurz besah und dann sagte „Wenn es jetzt gerade schlecht ist, kann ich auch später vorbeikommen Captain“.
Enlil legte das Injektionsgerät auf den Tisch und winkte den Offizier herein.
„Sie stören mich nicht“ sagte er zu ihm.
Der Offizier nahm eine stramme Haltung vor Enlil ein, und als dieser ihm ein Zeichen gab entspannte er sich wieder, merklich erfreut darüber.
„Sir, die neuen Statusreports sind eingetroffen“.
„Bericht“ antwortete ihm Enlil und lehnte dabei seinen Kopf auf sein bärtiges Kinn.
„Die Rasse die uns den Zugang zu Eridu-Qa verwehren wollte wurde auf diesem Planeten ausgeforscht und vernichtet. Sämtliche Technologie dieser Rasse ebenfalls. Wir haben unauffällig gewisse menschliche Einrichtungen zerstört, in denen solche Technologien gelagert wurden, sicherheitshalber“.
„Gut“ sagte Enlil und schmunzelte leicht.
„Die wissenschaftliche Geschichtsanalyse seit unserem letzten Besuch hier ist ebenfalls beendet. Es scheint so, als wären unsere früheren Tätigkeiten hier in die heutigen Religionen eingeflossen. So haben wir zum Beispiel diesen sumerischen Text hier gefunden“ sagte der Offizier und reichte Enlil einen kleinen, metallenen Stift.
Enkidu steckte diesen Stift in einen kleinen Spalt des Schreibtisches und daraufhin wurde ein holographischer Bildschirm samt Text sichtbar.
Nachdem das Königtum vom Himmel herabgesenkt worden war,
nachdem die gepriesene Krone, der Thron des Königtums
vom Himmel herabgesenkt worden waren,
machte er die Regeln vollkommen,
die göttliche Riten,
Gründete fünf Städte an reinen Orten,
rief ihre Namen,
legte sie an als Mittelpunkte
.Die erste dieser Städte, Eridu,
gab er Nudimmud, dem Führer.
Die zweite, Bad-Tibira,
gab er Nugig.
Die dritte, Larak,
gab er Pabilsag.
Die vierte, Sippar,
gab er dem Helden Utu.
Die fünfte, Schuruppak,
gab er Sud.
“ las Enlil laut vor.
„Ja Sir. Wieso auch immer, aber hier fließt das Konzept des Pangäa-Ringes in Religion mit ein“
„Hm“ dachte Enlil kurz nach, „eventuell hat jemand damals mehr geplappert als er eigentlich sollte. Hier sind sogar die alten Namen der 5 Planten aufgelistet...Eridu, Bad-Tibira, Larak, Sippar und Schuruppak“
„Genau. Die neuen Namen schienen dann dennoch übernommen worden zu sein und sind so in Bezeichnungen der 5 Planeten eingeflossen. Zum Beispiel ist dieser Planet hier, Sippar, dann mit neuem Namen Eridu-Qa schließlich abgekürzt zu seinem jetzigen Namen, Erde, gekommen. Larak oder Eridu-Kadesch hat einfach das Anhängsel verloren und heißt heute nur noch Eridu.“
„Eridu“ schmunzelte Enlil, „genau der Name den ich in Zukunft öfter höheren will und der in die Geschichte dieses Universums eingebrannt werden soll“
„Das hoffen wir alle, Sir“.
„Vielleicht werde ich langsam nostalgisch auf meine alten Tage, aber ich finde, wir sollten die alten Namen der Planeten verwenden. Das erinnert uns mehr an unser Ziel, an unsere Kultur und Sprache, an unsere Rasse und vor allem an Heimat“
„Verstanden Sir.“ antwortete der Offizier ruhig.
Enlil deaktivierte nachdenklich die holographische Projektion und fragte den Offizier, was die Bewohner von Sippar noch von den Elohim wussten und ob dies eine Gefahr darstellen könne.
„Eigentlich alles und doch gar nichts,“ antwortete der Offizier, „zum Beispiel gibt es ein religiöses Buch namens Bibel, in dem der Name Elohim große Wichtigkeit einnimmt und mit großer Macht, fast schon Allmacht, einhergeht“
„Sie beten Elohim an? Uns?“ fragte Enlil.
„Nein, sie nennen es Gott oder Götter. Wenn Sie das so sehen wollen, ist das der Name, den die Bewohner von Sippar uns gegeben haben, Götter. Dennoch glaubt niemand wirklich an die Existenz von Göttern beziehungsweise wenige vermuten, dass sich tatsächliche Wesen wie wir dahinter verstecken könnten und diese Personen werden eher belächelt. Der Einschätzung nach sind wir also sicher“
„Gut. Mit dem Bericht fortfahren“ befahl Enlil und richtete sich etwas mehr in seinem Stuhl auf.
„Es besteht absolut keine militärische Bedrohung durch Sippar. Jedoch befinden sich antike Kommunikationseinheiten, sogenannte Satelliten, im Orbit des Planeten. Genau dort, wo die AF – Hyperthalions hinmüssten um richtig peilen zu können. Wir können sie, aufgrund der Anzahl dieser Satelliten, unmöglich so platzieren, dass es nicht ungewollt zu einer frühzeitigen Antimateriereaktion käme“
Enlil sah nun leicht nachdenklicher, jedoch nicht besorgt aus.
„Schickt jemandem zum Herrscher dieses Planeten und verhandelt mit ihm. Solltet ihr auf Widerstand treffen, ist dieser auszuschalten“ befahl Enkidu dem Offizier, der wissend nickte.
„Das könnte schwer werden. Dieser Planet ist in mehrere Fraktionen gespalten und er hat keinen einheitlichen Herrscher. Jedoch gibt es so etwas wie eine Art intraplanetare Behörde namens Vereinte Nationen. Wenn wir dort auftauchen, erreichen wir zumindest alle dieser Nationen auf einen Schlag“.
„Tut das. Ist Enki schon wieder zurück mit Sud?“ fragte Enlil nach.
„Noch nicht Sir, er müsste bald wieder da sein“.
„Ich hoffe es, wir brauchen ihn auf Schuruppak.“
„Sir, es gibt noch etwas zu erwähnen. Das alte Hyperthalion, welches wir vor einigen Jahren in der Nähe von Larak, oder Eridu, wie es heute heißt, entdeckten, hat anscheinend den Planeten vernichtet“.
In diesem Moment riss Enlil die Augen sehr weit auf und war für einige Sekunden geschockt. Er schnappte kurz nach Luft, betrachtete das Bild der jungen Frau und sah dann energisch und wütend zum Offizier.
„Larak ist vernichtet worden?!“ fragte er merklich wütend nach.
„Theoretisch ja. Doch der positive Knoten dieses Universums, Zohar, hat den Planeten wieder hergestellt durch Manipulation der Realität. Dieser positive Knoten ist äußerst stark hier und könnte, sobald er unsere Pläne erkennt, dagegen vorgehen.“
„Hm, da müssen wir etwas dagegen tun. Ich weiß noch nicht was, aber wir müssen etwas tun“ sagte Enlil und lehnte sich nachdenklich in seinem Sitz zurück.
„Gibt es sonst noch etwas?“ fragte er schließlich den Offizier.
„Sonst läuft alles nach Plan. Die Pangäa-Einheit auf Bad-Tibira ist fertig gestellt, ebenso alle AF-Hyperthalions in Position. Die restlichen Planeten brauchen noch etwas Zeit und 5 AF-Hyperthalions werden bald hier auf Sippar eintreffen“. antwortete ihm der Offizier.
„Gut. Handelt oder erzwingt euch den Recht auf Orbit auf unserem Planeten, baut die Pangäa-Einheit auf dem Südpol von Sippar und wegen dem positiven Knoten muss ich noch nachdenken. Und sobald Sud hier eintrifft, informiert mich und schickt ihn gemeinsam mit den anderen in den Besprechungsraum.“
„Ja Sir“
„Sie dürfen wegtreten“ sagte Enlil und entließ damit den Offizier.
Enlil lehnte sich besorgt in seinem Stuhl zurück und sah in die fröhlichen Augen der jungen Frau auf dem Bild.
„Keine Sorge Liebling, wir werden uns nicht von einem positiven Knoten aufhalten lassen. Ich werde einen Weg finden ihn zu umgehen und dann werden wir bald wieder vereint sein“ sagte er, fast schon wie in Trance zu dem Bild.

Dienstag, 28. November 2006

Liebestöter

New York,
ein kleines Apartmentzimmer
21:34 Uhr


Das kleine Apartmentzimmer war abgedunkelt. Schwere Vorhänge hingen vor den Fenster, so dass kein verstohlener Blick hereinhuschen konnte. Sanfte Musik ertönte aus einer Hi-Fi-Anlage und viele Kerzen waren aufgestellt worden im Schlafzimmer, in dem sich zwei Menschen auf dem Bett befanden.
Der Mann küsste die Frau zärtlich auf den Mund, als er ihr über den Bauch streichelte und sie dabei anlächelte. Er küsste sie noch einmal inniger und hörte nur noch unbewusst die Musik im Hintergrund und das leise Knarren eines Stuhls, der in der Nähe des Bettes stand. Beide streichelten und küssten sich und zogen sich langsam gegenseitig aus, ihre Sinne immer mehr auf den anderen konzentrierenden und die Umbegung immer mehr vergessend.
Leichte Schattenbewegungen, die man im Augenwinkel sehen konnte, wurde rasch dem Flackern der Duftkerzen zugewiesen, als der Mann die bloßen Brüste der Frau küsste. Eine leichte Brise wehte durch das Zimmer und ließ die Vorhänge leicht schaukeln. Die Duftkerzen brannten immer weiter herrunter, als sich beide liebkosten und der Mann auf dem nahen Nachtisch nach dem dort bereitgelegten Kondom griff.
Die Frau lag auf dem Rücken mit verbundenen Augen und als der Mann vorsichtig in sie eindrang und sich langsam in ihr zu bewegen begann, begann auch die Augenbinde leicht zu verrutschen. Das gehörte zwar nicht so zu ihrem Liebesspiel und der Phantasie dazu, doch die Frau störte es nicht. Das nun zu sehende Kerzenlicht war leicht störend, da sich die Augen, die sie nun öffneten um ihren Liebhaber zu sehen, sich erst daran gewöhnend mussten. Doch die Emotionen die sie derzeit empfand machten alles wieder wett.
Als ihr immer heißer wurde und sich langsam ein kribbelndes Gefühl in ihr auszubreiten begann und sie diesmal keinen Orgasmus vortäuschen musste, sah sie kurz zur Seite des Bettes, um die Kerzen zu kontrollieren. Zwar war derzeit gerade ein Augenblick wo man sich nur auf die derzeitigen Ereignisse konzentrierte, doch gelegentlich brechen die Gedanken schon einmal aus.
Die Gedanken der Frau rasten jedoch rasch gegen eine Wand und brachen sich alle Knochen, als diese in einem lauten und hysterischen Schrei aufschrie und die panisch Augen weit aufriss.
Geschockt und aus seinem Liebestaumel gerissen, verging dem Mann langsam jegliche Erektion und er blickte kurz in die Richtung in der nun ebenfalls die Frau blickte.
Da saß ein Mann in dem Stuhl neben dem Bett.
Keiner der beiden hatte solch voyeuristische Phantasien geäußert.
Keiner der beiden kannte den Mann.
Keiner der beiden hatten ihn reingelassen und beide waren sich sicher, dass er zu Beginn ihres Abenteuers nicht da war.
Dem Mann verging nun jegliche Erektion, als er geschockt und nackt vom Bett sprang und eine Lade des Nachttisches öffnete, eine kleine Handfeuerwaffe herausholend.
"Ihr müsst doch nicht aufhören wegen mir" sagte der im Stuhl sitzende Mann.
Der nackte Mann zielte voller Angst und gleichzeitiger Wut auf den Mann im Stuhl und brüllte ihn an "Wer sind sie?! Was machen sie hier?!", während seine Freundin weiterhin geschockt schrie.
"Nein, bitte, lasst euch nicht stören von mir. Es ist sehr interessant das zu sehen." antwortete ihm der Mann.
"Verdammt nochmal!" brüllte der bewaffnete Mann, "Ich weiß wie man mit dem Ding umgeht, ich schwörs, ich leg dich Arschloch um, also, wer bist du und was machst du hier?!"
"Immer mit der Ruhe, Sud" sagte der Mann "das ist nichts, was ich nicht schon gesehen hätte von dir. Und ich weiß bei Gott du kannst das besser".
Die Frau hatte bereits aufgehört zu schreien und sich die Bettdecke bis zum Hals gezogen, als würde sie eine Art Schutzschild vor sich aufbauen.
"Verfluchte Scheiße was soll das alles?!" rief der Mann noch immer nervös und wütend und richtete mit zittriger Hand die Waffe auf den Mann.
"Ich wollte dir doch nur noch ein paar schöne Minuten gönnen, Sud. Außerdem sind das interessante Studien hier für mich, ich bin nämlich Wissenschaftler".
"Sud....?" stotterte die Frau verängstigt, "als wir uns kennenlernten sagtest du, du heißt William?!"
"Ja!" brüllte der Mann ungewollt die Frau an, "ich heiße William und ich hab keine Ahnung wieso der Typ mich Sud nennt oder was er hier eigentlich macht!"
In diesem Moment stand der Mann aus dem Stuhl auf und Williams Nerven rissen, als er 3 Schüsse auf den Mann abgab.
Die Kugeln flogen einige Zentimeter vor dem stehenden Mann auf dem Boden, so, als wären sie an einer unsichtbaren Barriere abgeprallt. Die Frau schrie nun wieder hysterisch und William fühlte sich bereits zum zweiten Mal innerhalb von 5 Minuten entmannt.
"Aber nicht doch, Sud. Wir wollen doch nicht unsergleichen töten wie die Barbaren auf diesem Planeten hier" sagte der Mann ruhig.
"Was zum Teufel soll Sud bedeuten?!" brüllte William ihn an.
"Das war dein Name, als du noch einer von uns warst. Doch leider bist du damals gestorben mit den anderen...jedoch brauchen wir dich wieder, damit du ein Projekt auf einem Planeten überwachst, so wie du es schon einmal getan hast. Leider nicht in dieser Form hier jetzt" sagte der Mann ruhig.
"Was redest du Arschloch da?!" brüllte William verwirrt weiter und zielte noch immer mit der Waffe auf den Mann.
"Um es kurz zu fassen: Wir brauchen deine Seele erneut in einem gewissen Körper."
"Was zum...?!" entfuhr es William.
"Tut mir leid, Sud" sagte der Mann und zog rasch eine Waffe, mit der er ein 10 Zentimeterloch mitten durch die Brust von William schoß, der daraufhin tot zusammenbrach. "Siehst du? Hat doch garnicht mal wehgetan. Wenn du willst kannst du mir nachher eine reinhaun dafür".
Die Frau, die nun auch mit Blutflecken bespritzt war und deren Liebhaber gerade getötet wurde, schrie nun noch panischer und starrte den fremden Mann ängstlich an, der dies bemerkte und sich daraufhin zu ihr drehte.
"Keine Panik, werte Dame. Ich werde sie nicht vergewaltigen, töten oder sonst wie verletzen. Seien Sie doch froh, dass was er hier Sex genannt hatte, ist auf meinem Planeten ein schlechter Scherz gewesen!" versuchte der Mann die Frau aufzuheitern.
"Jetzt muss ich aber mal wieder los, Gnädigste" sagte der Mann, drückte kurz einen Knopf auf einem kleinen, hervorgeholten Gerät und löste sich in Luft auf.
Eine leichte Brise wehte erneut durch das Fenster, als besorgte Nachbarn an die Apartmenttür klopften, da sie die Schüsse gehört hatten. Es roch nach verbranntem Fleisch und Vanilleduftkerzen, Blut und einige Sexualflüssigkeiten waren am Körper der Frau, die noch immer geschockt am Bett saß.
Die Seele von William erkannte rasch alles als sinnlos an und erinnerte sich.
Sie war Sud von Schuruppak.
Oh genau.
Er durfte Enki offiziell eine reinhaun.
Das wollte er dann gleich nutzen, sobald er wieder in seinem alten Körper war.

Amelia

Ungefähr 10.400 Jahre in der Vergangenheit
Planet ???
Ein Universitätsraum

In dem kleinen Universitätsraum war bereits seit einer halben Stunde eine spannende Diskussion am laufen.
"Ich denke nicht, dass man das so ausdrücken kann, wie du eben, Amelia" sagte ein junger Student zu einer jungen Frau mit kinnlangen, dunkelblonden Haaren und blauen Augen.
"Wieso nicht? Nach all unserem Wissen ist es bloß ein weiteres Lebewesen, wieso soll es nicht sterben können wie wir?"
"Nun" begann der junge Student und krempelte sich seine Ärmel hoch, als wolle er ein Baby entbinden, "ich würde nicht sagen, dass das Schicksal ein Lebewesen ist, beziehungsweise kein tatsächliches. Es dürfte sich viel mehr um eine Art Verkörperung handeln oder eine Projektion von kollektiven Gedanken, meiner Meinung nach aber nicht um reales Leben. Wo kein Leben, da kein Tod."
"Ha!" entfuhrt es Amelia, "erstens wissen wir noch garnicht genau um die genauen Grenzen zwischen Leben und Tod Bescheid, zweitens zeigen die Videoaufnahmen deutlich ein Kind. Die Crew hat noch in letzter Minuten alle Informationen über dieses Wesen hinzugefügt, bevor ihr der Schock zuviel wurde. Sie hatten sich mehr oder minder geopfert für uns, damit wir heute das Ganze verstehen und überleben können. Ich denke die Besatzung würde sich in ihrem 400 Jahre alten Weltraumgrab drehen, wenn sie hören würden, dass du Schicksal für kein reales Lebewesen hältst!".
Ob der junge Student nun bald ein Kind zur Welt bringen wollte mit seinem bloßen Händen oder nicht, es sah so aus, als würde es auf jedenfall bald blutig werden können. Amelia war eher heißblütig veranlagt. So interessant wie das zuerst klingen mag, wird es unangenehmer, wenn man ihre Faust in die Magengrube bekommt, weil man ihr ein "dummes Argument" entgegenbrachte.
"Das meinte ich doch garnicht." versuchte sich der junge Student zu verteidigen, "ich sagte bloß, dass das, was wir gesehen haben in dieser uralten Aufzeichnung nicht unbedingt die Realität sein muss. Ich erinnere nur an Vakuumfusionspumpen. Die erzeugen auch aus dem scheinbaren nichts Energie, fusioniert aus schwarzer Materie. Ebenfalls eine Art Täuschung".
"Also ist dieser Junge bloß eine Art schwarze Materie für dich, oder, wenn du es poetischer haben willst, ein Spiegelbild im Bewußtsein des Universums kommend von einer größeren Wahrheit?"
"Eventuell" wandte sich der junge Student aus der Sache raus, da Amelia sich langsam merklich mehr aufregte.
"Zumindest zeigt ihr beiden reges Interesse an transzendentaler Philosophie" freute sich der Vorlesende und derzeitige Diskussionsleiter. Er drehte sich zu einer großen, grünen Tafel um und wischte mit einem Schwamm die Worte "Schicksalskonzept" von der Tafel. Zwar gab es holographische Tafeln die mittels Gedanken Worte erscheinen lassen konnte, dennoch mochte er die antiken Geräte irgendwie.
Außerdem war es Gold wert in hitzigen Diskussionen mit einem Nagel über die grüne Oberfläche der Tafel zu fahren. Das verschafft Aufmerksamkeit und Ruhe pur.
"Die Zeit ist leider schon um" sagte der Vorlesende weiter, "ich möchte, dass ihr in Ruhe über das Konzept des Schicksals nachdenkt und für euch selbst versucht herauszufinden, was das für euch bedeutet."
"Das der kleine Balg eine ordentliche Tracht Prügel braucht" dachte sich Amelia still und heimlich.
"Nächste Woche treffen wir uns wieder hier zur selben Zeit und diskutieren die Entdeckung des Astralplaneten Tempus Morti."
"Nicht schon wieder Tempus Morti" jammerte ein Student, "können wir uns nicht ausführlicher über moralische, ethnische und kulturelle Aussagen bezüglich der Kolonisierung beziehungsweise Annektion der fünf Planeten des Pangäa-Ringes unterhalten?"
"Eine gute Idee, das können wir dann in 2 Wochen machen" sagte der Vorlesende. "Damit seid ihr entlassen".
"Der Pangäa-Ring" grübelte Amelia fröhlich, als sie durch die langen und lichtdurchfluteten Gänge der Universität ging, vorbei an zahlreichen Studenten. "Ich würde gern einmal auf einem dieser Planeten sein, ob man es spüren kann dort...? Vielleicht nimmt er mich eines Tages ja mit..."
In diesem Augenblick holte sie der junge Student von vorhin ein und begrüßte sie freundlich. Dies riss sie aus ihrem Gedankengang und sie betrachtete den Student mit einem fragendem Blick.
"Ähm ja, ich bin nicht gut in sowas, aber, ich wollte mal fragen ob du Lust hast mit mir auszugehen? Wir könnten ja Essen gehen zum Beispiel".
Das hatte Amelia nicht erwartet. Sie dachte, der Student wollte noch weiter über Schicksal diskutieren und langsam öffnete sie ihre schlagbereite Faust wieder zu einer freundlicheren Faust. Einer verlegenen Faust.
"Klar warum nicht, du ladest mich aber ein" antwortete sie ihm.
"Natürlich!" stammelte der junge Student.
"Vorher will ich dich aber noch was fragen" sagte Amelia, als sie durch den Eingang des Gebäudes nach draußen schritten und von hellen Sonnenstrahlen begrüßt wurden.
"Ja?" fragte der Student.
"Für wie alt hältst du mich?" fragte die sadistische Amelia und musste sich ein Lachen verkneifen.
Der junge Student wurde merklich noch verlegener und schüchterner, als seine Wangen langsam rot werden, er versuchte gute Schätzungen zu erdenken und schließlich vorsichtig fragte:
"568 Jahre?"
Amelia zog eine Augenbraue verwundert hoch.
"Du Charmeur." sagte sie zu ihm, "Nein, ich bin 840 Jahre alt".
"Wow" sagte der junge Student, als sie sich dem Ausgang des Universitätskomplexes näherten "das merkt man dir garnicht an".
"Danke. Wir bekommen die besten genmutierenden und neuroblockenden Mittel, weil mein Vater beim Militär beschäftigt ist. Ich denke sogar teilweise Prototypen, natürlich vorher getestet, die die Lebenserwartung noch einmal hinaufschrauben. Wer weiß, irgendwann sterben wir garnicht mehr" antwortete sie ihm.
"Ob das nicht gegen Gottes Wille ist?" fragte der Student.
"Gott ist tot" antwortete Amelia, "wir haben ihn getötet, als wir begonnen haben die Regeln der Natur zu brechen und uns unsere eigenen Regeln geschaffen haben".
"Das klingt so, als wäre es schlecht" sagte der Student.
Amelia blieb daraufhin stehen und drehte sich energisch in Richtung des Studenten um. Dann zeigte sie gen Himmel in eine bestimmte Richtung in der, wenn man genau hinsah, ein grünes Kraftfeld mitten am Himmel zu sehen war.
"Vielleicht ist auch das Gottes Rache dort oben, oder was meinst du?!" sagte sie lauter, so dass sich manche Studenten zur ihr umdrehten und sie verwundert ansahen.
"Hm, eigentlich war das ein Angriff einer anderen Rasse mit einer..."
"Ich weiß was das war!" sagte sie noch immer laut, "mein Vater hat gegen sie gekämpft und sie ausgerottet als Rache. Doch das Ding da oben bleibt noch immer und wir wissen nicht, was wir dagegen tun sollen. Und wenn wir nicht bald etwas finden, wird es uns sicherlich vernichten. Vielleicht ist das Gottes Rache, dass er diese Rasse dazu bewegt hat und dieses Ding neben uns geschaffen, wer weiß das schon. Ich spekuliere nun mal gern."
"Okay" sagte der junge Student verwirrt und hoffte, dass sich die Situation wieder legen würde. Er blickte kurz noch einmal gen Himmel in Richtung des grünen Kraftfeldes. Das war wirklich ein großes Problem, mit dem sie bald umgehen müssten. Das konnte nicht ewig so weitergehen.
Beim Tor des Universitätsgeländes angelangt, blickte der junge Student kurz auf seine Uhr.
"Oh, die Sonne wird bald untergehen und es wird dunkel. Soll ich dich nach Hause bringen?"
Amelia seufzte.
"Nein danke" sagte sie, "das schaff ich schon allein".
"Gut, dann sprechen wir uns noch wegen dem Treffen?" fragte der Student noch einmal sicherheitshalber nach.
"Klar, treffen wir uns morgen beim Schild der Universität" antwortete ihm Amelia, winkte kurz und ging fort.
Der junge Student lächelte und sah sich kurz noch einmal das Schild an, dass möglicherweise bald ein Teil seiner Zukunft werden könnte. Er hatte es zwar schon oft gesehen, doch noch nie richtig angesehen. So wie Wahrzeichen in der Stadt in der man geboren wurde. Man sieht sie oft und irgendwann bleibt man davor stehen und fragt sich, ob es schon immer so schön ausgesehen hatte.
Schließlich ging der junge Student ebenfalls nach Hause und ließ das Schild alleine zurück.
Auf dem Schild war ein Buch abgebildet, dass generell als Symbol für Wissen gesehen wurde, auch wenn es antik war, Wissen in Büchern zu speichern.
Unter dem Schild stand in goldenen Lettern:

Planetare Hauptuniversität
Eridu.

Pangäa

Sumerischer Religiongstext.
Erde


"Nachdem das Königtum vom Himmel herabgesenkt worden war,
nachdem die gepriesene Krone, der Thron des Königtums
vom Himmel herabgesenkt worden waren,
machte er die Regeln vollkommen,
die göttliche Riten,
Gründete fünf Städte an reinen Orten,
rief ihre Namen,
legte sie an als Mittelpunkte.
Die erste dieser Städte, Eridu,
gab er Nudimmud, dem Führer.
Die zweite, Bad-Tibira,
gab er Nugig.
Die dritte, Larak,
gab er Pabilsag.
Die vierte, Sippar,
gab er dem Helden Utu.
Die fünfte, Schuruppak,
gab er Sud.
"

Eigentumsrechte

Roswell
New Mexico
USA, 1947


Eine Lichtexplosion erhellt die dunkle, sternenklare Nacht und kurz darauf ist ein Donnern und Grollen zu hören.
Die Kühe, die vormals ruhig im Stall geschlafen hatten, sind auf einmal in Panik und geben angsterfüllte Laute von sich, während sie versuchen aus ihren Miniatur-Gefängnissen auszubrechen. Vögel in den wenigen Bäumen dieser Steinwüste wachen auf und fliegen panisch davon, als ein rotglühender Feuerball vom Himmel stürzt und beim Aufprall auf die Erde ein Bild des Chaos hinterlässt.
Der aufgewirbelte Staub ist mehrere hundert Grad heiß und würde jede Lunge sofort innerlich versengen. Zum Glück war noch niemand in der Nähe dieses Ereignisses, noch nicht.
Als sich der Staub legt wird eine grau-schimmernde und scheibenförmige Struktur erkennbar. Diese weist viele Beschädigungen auf und ist an einer Seite komplett aufgerissen. Tote, halb verstümmelt und verbrannte kleine graue Leichen liegen verstreut um das Objekt, während aus dem Riss in der Struktur mit letzter Kraft eine weitere kleine graue Gestalt hervorkriecht und sich mühsam auf dem steinigen Wüstenboden entlangschleppt. Jeder kleine Strauch oder Grashalm wirkt wie ein Berg, ein unüberwindbares Hindernis für diese Gestalt. Nicht wissend, wohin sie eigentlich kriechen soll, bricht diese voller Schmerz bewusstlos am Boden zusammen.
Einige Stunden später erwacht die Gestalt wieder, gefesselt in einem Bett in einem kühl eingerichteten, sterilen Raum. Ihr unbekannte Geräte wurden an sie angeschlossen und noch immer empfindet sie schwere Schmerzen, als sie Gestalten um sich herum erkennt, die sie erschrocken beobachten.
Das hätte eigentlich nicht passieren sollen.
Eigentlich sollten sie die Beobachter dieser Wesen sein und nicht umgekehrt, wie es nun der Fall war. Dies gefiel der Gestalt überhaupt nicht. Sie konnte kaum klar denken vor Schmerzen, als weitere, anscheinend bewaffnete und grün angezogene Wesen in den Raum stürmten und panisch sowie teils ehrfürchtig die verwundete Gestalt beobachteten.
Fragen werden der Gestalt an den Kopf geworfen, die sie zwar versteht, aber so tut, als würde sie das nicht. Wer weiß, was diese Wesen hier noch tun würden, nur um Antworten zu erhalten, wenn sie wüssten, dass die Gestalt sie verstehen könnte. Allein die Tatsache, was diese Wesen mit sich selbst tun und wie sie mit anderen Wesen auf diesem Planeten umgehen ist grund genug, sich dumm zu stellen.
Die anderen Wesen versuchen noch mit ihren primitiven medizinischen Mitteln die Gestalt am Leben zu erhalten, doch es hat keinen Sinn. Die Wunden sind zu stark und die physische Anatomie der Gestalt viel zu fremd.
Die letzten Worte, die das Wesen hört, bevor es endlich sterben kann, sind „Ich dachte Russen sehen aus wie wir“.
Viele Jahre später sind sich diese beiden Kulturen keine nicht mehr so Fremden, jedenfalls inoffiziell auf diesem Planeten. Da doch ein gewisses feindliches Potential dieses Planet gegen die außerirdischen Besucher besteht, hatte man sich auf eine Art Nicht-Angriffspakt geeinigt. Die Wesen durften Menschen entführen zwecks Untersuchungen und einige wenige, eigentlich wertlose aber wertvoll scheinende Technologien wurden den Wesen aus dieser Nation übergeben. Man verbot ihnen zwar zuerst auch mit anderen Nationen in Kontakt zu treten, vor allem den Russen, doch die außerirdischen Gestalten hielten sich nicht daran.
Und so startete heute ein Raumschiff der Wesen, dass von den Bewohnern dieses Planeten als „UFO“ bezeichnet wird, von den Wesen jedoch „Yovra“ genannt wird, von einem Ort namens „Area 51“ gen Himmel und Weltall. Einige Dinge mussten geklärt werden. So gefiel den Außerirdischen zum Beispiel die potentielle nukleare Verschmutzungsgefahr des Weltalls, die von diesem Planeten ausging ganz und gar nicht und als Absicherung, dass die Bewohner dieses Planeten ihre Waffen nicht einsetzten, wurde ein weiteres kleines Technikdetail gehandelt.
Zufrieden über den Handel kletterte das Yovra gen Himmel und erreichte schließlich das Weltall, als plötzlich die Sensoren des Yovras Alarm schlugen aufgrund eines unidentifizierten Raumschiffes, dass sich rasch der Position des Yovras näherte.
„Bericht“ forderte der Captain des Yovras vom biologischen Computer und dieser analysierte das fremde Raumschiff.
„Rasse: unbekannt. Bauart: unbekannt. Noch kein Kontakt“ antwortete der Computer.
„Stand der Technologie?“ fragte der Captain des Yovra nach, um mögliche Bedrohungen und Abwehr- bzw. Angriffstechniken für den Fall der Fälle abschätzen zu können.
„Unbekannt“ antwortete der biologische Computer, was den Captain stutzig werden ließ.
„Definiere unbekannt. Weniger entwickelt als wir, ungefähr gleich, besser entwickelt? Definiere unbekannt“ forderte der Captain.
Der Computer stellte kurze Berechnungen an und der biologische Teil des Computers dachte kurz nach, als schließlich die Antwort kam.
„Unbekannt. Art des Raumschiffes: unbekannt. Verwendete Technologie: unbekannt. Antriebssystem: unbekannt. Waffensystem: unbekannt. Jegliche weitere Technologie dieses Raumschiffes: unbekannt und nicht identifizierbar“.
Diese Nachricht hatte das Interesse des Captains deutlich erhöht und er forderte seine Mannschaft auf, sich auf alles Mögliche vorzubereiten.
Er ordnete an, dass mit allen ihnen bekannten Transmissionsmöglichkeiten eine zunächst friedliche Botschaft an das fremde Raumschiff gesandt werden sollte.
Nachdem nichts weiter passierte, kam überraschend dann doch eine Antwort vom Raumschiff.
„Sie werden diesen Planeten unverzüglich verlassen. Sie werden jegliche Technologie von sich mitnehmen und diesen Planeten nie wieder besuchen. Er ist unser Eigentum“ forderte eine strenge, kalt klingende Stimme.
Zwar gehörte die Besatzung des Yovra-Raumschiffes zu einer Rasse, die jegliche Emotionen im Laufe der Zeit verloren hatte und nun selbst kalt und herzlos klang. Doch diese Stimme klang so, als würde sie theoretisch Dinge wie Moral, Anstand und Gefühle besitzen, doch hätte sich dazu entschlossen, diesen ganzen Ballast über Bord zu werfen.
„Mit wem haben wir es hier zu tun?“ ließ der Captain eine Antwort übermitteln.
„Den Eigentümern dieses Planeten“ antwortete das fremde Raumschiff, „Ihnen sollten Teile unserer Technologie bereits auf diesem Planeten aufgefallen sein.“
Dies stimmte. Die Besatzung des Yovra-Raumschiffes hatte mithilfe ihrer Sensoren unbekannte Technologien auf dem Planeten entdeckt. Diese waren teils verschüttet oder auf den Meeresgrund gesunken, dennoch waren sie da. Damals konnte nicht entschlüsselt werden, um was für Technologien es sich handelt. Doch heute schien es wirklich so, dass die unbekannten Technologien auf dem Planeten mit dem unbekannten und unidentifizierbaren Raumschiff zu tun hatten.
„Wir haben Beziehungen zu dem Volk auf diesem Planeten. Wir werden diese nicht abbrechen, nur, weil Sie das von uns verlangen“ schickte der Captain eine Antwort zurück und ließ dabei sicherheitshalber alle Waffensystem das fremde Schiff erfassen.
„Sie werden abziehen oder Sie werden vernichtet werden“ kam die prompte Antwort.
Aufgrund dieser offensichtlichen Drohung befahl der Captain sofort auf das fremde Raumschiff zu feuern und es zu vernichten. Jedes Waffensystem feuerte mit voller Stärke auf das fremde Raumschiff und als die Strahlen, fremdartigen Raketen und weitere Waffentechniken das fremde Raumschiff trafen, schien es so, als würde dessen Hülle jegliche Energie der Waffen einfach absorbieren. Nachdem der Angriff eingestellt wurde, hing das Raumschiff noch immer ruhig wie zuvor im Weltall, ohne jeglichen Kratzer oder sonstige Beeinträchtigungen. Der Captain wurde langsam leicht nervös.
„Wie Sie vielleicht merken, dürften wir wohl die höher entwickelte Rasse sein“ sagte die Stimme am anderen Bord des Raumschiffes, „Sehen Sie, wenn man jemanden überraschend angreifen will, dann muss man vorher genau analysieren wie das fremde Raumschiff aufgebaut ist. Wie es funktioniert und wo dessen Schwachstellen sind. Man lotet eigene Waffensystem mit denen des Raumschiffs ab und vergleicht Verteidigungseinrichtungen, berechnet dann seine Chancen. Sehen Sie diese Erklärung als gratis Lektion an, wie man es richtig macht. Und da manche Wesen schwer von Begriff sind, wenn nur rein theoretisch spekuliert wird, lassen Sie mich sagen, dass wir ihr Raumschiff genau analysiert haben. Sehr genau. Sehen Sie selbst“.
In diesem Augenblick feuerte das fremde Raumschiff einen kurz andauernden, blauen Strahl auf das Yovra ab, dass daraufhin sofort begann jegliche Bindung zwischen den Atomen aufzuheben und so buchstäblich in seine Atome zerbröselte. Die hilflose Besatzung des Yovras trieb im freien Weltall, gepeinigt von Erstickungsanfällen und aus den Körperöffnungen herausschießendem Blut aufgrund des fehlenden Druckes im Weltall.
„Sehen Sie, so macht man das“ sagte die Stimme an Bord des fremden Raumschiffes. Daraufhin drehte sich der Mann zu einem Besatzungsmitglied um.
„Landen. Auf diesem...Zipfel da.“ sagte er.
„Laut Datenbank des fremden Raumschiffes wird diese Nation, eine Untergliederung der Rasse in willkürliche Regionen und Zugehörigkeiten auf dem Planeten, als Indien bezeichnet.“ antwortete der Mann.
„Indien, Zipfel. Was auch immer, landen im Wasser. Tarnung aktivieren, Lichtblase aktivieren. Wir wollen nicht entdeckt werden.“
„Verstanden“ antwortete der Mann.
„Gut. Dann wie üblich fortfahren“ fügte der Captain des fremden Raumschiffes hinzu. „Sollten noch andere Wesen dieser Art auf unserem Planeten sein, vernichten.“
„Verstanden“.
„Wir lassen uns Eridu-Qa nicht wegnehmen“ grummelte der Captain und besah kurz eine auf einem Monitor eingeblendete Struktur.
„Wann ist das Letzte für diesen Planeten fertig gebaut?“ fragte er beiläufig eine andere Person.
„In ungefähr 32 Etons, Sir“ antwortete die Person.
„Gut“ sagte der Captain und lächelte dabei süffisant „Bringt dann wie gewohnt alle 10 AF-Hyperthalions in Position um den Planeten und baut die Pangäa-Einheit unbemerkt irgendwo auf, zum Beispiel auf einem der Pole von Eridu-Qa“
„Ja, Sir“.
„Eine Frage noch. Wie nennen die Bewohner von Eridu-Qa den Planeten eigentlich?“
„Laut Datenbank des fremden Raumschiffes nennen sie ihn Erde“ antwortete ein Crewmitglied.
Der Captain schmunzelte kurz.
„Erde...was für ein dämlicher Name für Eridu-Qa“ sagte er und das Raumschiff der Antiker senkte sich langsam in Richtung indischen Ozeans hinab, unbemerkt von jeglichen Satelliten und Radareinrichtungen.

Krake

Das Meeresfrüchtchen

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