Die Geschichte von Sippar (4) - Abschied

"Oh oh" entfuhr es Enki, der auf der überfluteten Erde auf dem Berg Ararat stand und sich bei geselligem Zusammensein mit Noe und seiner Familie unterhalten hatte.
Enlils persönliches Raumschiff mit 5 weiteren Raumschiffen war gelandet und ein hämisch grinsender Enlil, umgeben von bewaffneten Elohims, schritt auf die Gruppe zu.
Enki, der eine Szene vor den Menschen vermeiden wollte, näherte sich in ruhiger Art und Weise mit ein paar anderen Nephilim-Elohim Enlil. Er wollte um jeden Preis vermeiden, dass nun Missverständnisse zu einem Blutbad führten.
Schließlich trafen sich die beiden Gruppen auf halben Weg und Enlil sah die wenigen, noch lebenden Menschen, woraufhin sich seine Mine verfinsterte.
"Was soll das werden?" sagte er zornig zu Enki.
Enki drehte sich zu den Menschen um, die gerade Fleisch über einem Feuer hatten, und im Umdrehen zu Enlil sagte er "Ich wollte nicht, dass du unsere Schöpfung einfach so sterben lässt".
Enlil stieß kurz ein verhöhnendes Ha! aus.
"Als ob das jetzt noch einen Unterschied macht. Ohne Hilfe kann sich diese Zivilisation an Lulus sowieso nicht mehr aufbauen und ich gedenke nicht, ihnen dabei zu helfen. Du hast deinen hübschen Krieg verloren, Enki."
Enki gestand sich das nur ungern ein, aber Enlil hatte recht. Die Basen der Nephilim auf Sippar waren überflutet und unzugänglich, die einzigen noch vorhanden Reserven kleiner Orbitalstationen und er stand hier schutzlos, umzingelt von Enlils Anhängerschar.
"Ja Bruder, du hast gewonnen gratuliere" sagte Enki, als sich langsam ein Raumschiff der Elohim näherte.
"Verstärkung?" sagte Enlil verächtlich, "Als ob du jetzt noch eine Art Überraschungsangriff gewinnen könntest".
"Das ist kein Schiff von uns. Wir haben keine Langstreckenraumschiffe mehr" sagte Enki verduzt, als er das näherkommende Schiff betrachtete.
Schließlich landete dieses in der Nähe und mehrere Personen stiegen aus, sich langsam der Gruppe nähernd.
"Oh..." sagte Enlil, nun merklich sanfter und nicht mehr so wütend. Ein Gefühl von Heimweh packte ihn, als er erkannte, dass die Nemesis soeben gelandet war. Nun würde sich endlich aufklären, wieso die Heimatwelt nicht zu erreichen war.
Auch Enki war interessiert bei der Sache und ihm dauerte das Näherkommen der Gruppe um Mammi viel zu lange. Er wollte nach diesem unsäglichen Krieg nur noch nach Hause und nicht mehr auf diesem Planeten verweilen müssen.
"Willkommen zurück Mammi, das hat ja lang genug geb..." begann Enlil, doch wurde prompt von Mammi unterbrochen.
"Wir haben keine Zeit für sowas. Mich interessiert jetzt auch garnicht, wieso ihr Sippar unter Wasser gesetzt habt und wieso ihr euch mit Waffen bedroht in euren kindischen Streitereien. Wir haben viel ernstere Probleme" sagte sie mit ernster Mine.
"Was habt ihr gefunden? Ist etwas auf Eridu passiert?" fragte Enlil unsicher.
"Eridu..." begann Mammi, "ist nicht mehr da".
Enlil wurde für einen kurzen Augenblick bleich im Gesicht, als er sich wieder fing.
"Was meinst du, es ist nicht mehr da?! Wie kann ein ganzer Planet verschwinden?! Wurde er zerstört, habt ihr Trümmer gefunden?!" fragte er mit Entsetzen in der Stimme.
"Enlil...er ist einfach weg..."
"Jaya?! Hat Jaya ihn geschluckt?!" entfuhr es Enlil leicht panisch.
"Nein...nicht nur der Planet ist weg Enlil...nicht nur unsere Heimat Eridu ist verschwunden...im Umkreis von 100 Lichtjahren befindet sich rein garnichts"
"WAS?!" rief Enlil entsetzt.
"Es tut mir leid...wir konnten es selbst nicht fassen."
"Wie meinst du das?! Rein garnichts?!" schrie Enlil sie an.
"Ich meine damit, dass dort rein garnichts mehr ist. Absolut nichts. Keine einzige Spur an Materie konnten wir finden. Doch wir haben die Calypso getroffen"
"Das Raumschiff von Ninhursag?" fragte Enki, der sich fast in einer Art Trance befand vor Schock.
"Genau. Sie meinten, dass Eridu versucht hatte mit neuartigen Waffen, genannt Hyperthalions, das Schwarze Loch Jaya zu schließen. Das nächste, was sie wussten, ist, dass 100 Lichtjahre rund um Eridu ausgelöscht wurden..."
"Welche Waffe kann denn sowas anrichten?!" entfuhr es nun auch Enki.
Mehrere Wachen hatten sich bereits vor Schock und Trauer auf den steinigen Boden des Ararats gesetzt und schnappten nach Luft.
"Von den Bauplänen und Theorien her sind es Waffen die auf Basis von Antimaterie funktionieren"
"Antimateriewaffen!" rief Enki aufgeregt, "Eridu haben Antimateriewaffen entwickelt während wir hier auf Sippar gefangen waren?!"
"Gibt es Überlebende?" fragte Enlil leise und mit gesenkter Waffe.
Mammi seufzte.
"Unserer Erkenntnis nach nicht. Eridu ist verschwunden ebenso jegliche Außenstation in besagtem Umkreis...34 Milliarden Elohim...einfach ausgelöscht...und wir können nicht einmal genau sagen wieso...Die Calypso hat uns zwar angeboten den Plan von Eridu zu rekonstruieren, ich wollte jedoch zuerst euch beide verständigen. Die Calypso wartet im Orbit...die Crew ist noch immer, genauso wie ihr, geschockt".
"Keine Überlebenden?" fragte Enlil erneut nach.
"Leider nein..." sagte Mammi.
"Amelia..." sagte Enlil leise.
Enki hätte sich jetzt einen Wutausbruch erwartet, so, wie sich Enlil in letzter Zeit verhalten hatte. Doch nichts dergleichen geschah, Enlil wurde nicht einmal ansatzweise wütend. Er stand einfach nur da, starrte in die Leere und schwieg.
Nach einigen Minuten des Schweigens fragte Enlil schließlich, ob Schicksal nicht geholfen hätte.
Mammi sagte, sie wüsste es nicht, aber offensichtlich nicht.
Enlil schwieg erneut daraufhin.
"Ich denke unter diesen Umständen...sollten wir unsere Fehde vergessen...Bruder" stammelte Enki und Enlil nickte einfach nur daraufhin.
Als Enlil sich schweigend auf sein persönliches Raumschiff, die Excalibur, zurückzog, befahl Enki einigen Elohim hier zu bleiben und die Katastrophe, die sie Sippar und dessen Volk angetan hatten, wieder in Ordnung zu bringen. Die Radioaktivität müsste beseitig und das Wasser wieder entfernt werden. Sie konnte jegliche Technik der Elohim dafür verwenden.
Daraufhin folgte er seinem Bruder auf die Excalibur und schwebend hoben die Raumschiffe der Götter ab, die von diesem Tag an die Erde verließen, auf der Suche nach dem Rest ihres Volkes und nach einem Sinn.
Dem Sinn dahinter, wieso Schicksal nichts getan hatte.
Wieso Schicksal einfach die größte Zivilisation von Nehemia vernichten ließ.

Krake

Das Meeresfrüchtchen

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