Die Geschichte von Sippar (3) - Nach uns die Sintflut

Planet Sippar (Erde)
Krieg der Götter


Enlil befand sich auf der Orbitalstation "Aranat" und beobachtete aus einem Sichtfenster die unter ihm liegende Erde.
Hass quoll in ihm auf, als er den bläulich schimmernden Planeten unter sich sah, der eigentlich eine relativ kurze Rohstoffmission werden sollte. Doch mittlerweile hatte sich das Ganze weit über die unabsichtliche Entwicklung einer Zivilisation weiterentwickelt und war zu einem offenen Aufstand einiger Elohim unter der Führung seines Bruders Enki geworden.
"Feuer" sagte er in ein kleines Kommunikationsgerät, dass er sich um den Nacken geschnallt hatte und kurz darauf erschien ein heller Lichtpunkt in der Nähe der Yucatan-Halbinsel in Mittelamerika. Es war nur ein winziges Flackern doch Enlil stellte sich die zerstörerische Kraft der Nuklearwaffe vor, die er gerade auf eine vermutete Basis der Nephilim, der Abtrünnigen und Ausgestossenen, abgefeuert hatte. Das würde hoffentlich Enki eine Lehre sein.
Nicht nur, dass Enki sich mit diesen niederen Lebewesen verbündet und seinem Bruder offen den Krieg erklärt hatte, nein, also ob das nicht genug wäre, half Enki nun den Lulus auch bei dem Umgang mit den Waffen der Elohim, um sie in den Kampf miteinzubeziehen.
Andere Stämme und Völker der Lulus hatten sich Enlils Seite angeschlossen und so fand nun auch ein Krieg der Lulus auf Sippar statt, geführt mit primitiven Streitwägen und Speeren.
Enlil kümmerte das jedoch wenig.
Er hatte bereits jegliches Mitleid für die Schöpfung der Elohim abgestreift und war nur noch wütend. Wütend darüber, dass er hier solange auf Sippar sein konnte und nicht zuhause bei seiner Tochter. Wütend darüber, dass der Kontakt zur Heimatwelt abgebrochen war. Wütend darüber, dass er nicht wusste, ob er diesen Krieg gewinnen würde und wie das die Beziehung zu seinem Bruder Enki beeinflussen würde.
Doch bald würde ihn das nicht mehr kümmern. Der geplante Einsatz von Nuklearwaffen verlief besser als geplant. Manche wurden an bestimmten Stellen abgeschossen, die vollkommen unbewohnt waren und es schien so, so hoffte er, dass dies Blindgänger waren. Doch diese zusätzlichen Nuklearexplosionen würden zur Erwärmung des Planeten beitragen und das ewige Eis, das derzeit große Teile der Nordhalbkugel bedeckte, zum Schmelzen bringen.
Enlil würde einfach alle Lulus ertrinken lassen und damit hätte sich dieser Streit dann beigelegt.

In Südafrika, in einer kleinen unterirdischen Station nahe der Minen, ging Enki nervös auf und ab. Er wusste, es stand schlecht um ihn in diesem Zwist. Die ausgestossenen Elohim konnten nicht auf die Reserven von Enlils Elohims zurückgreifen und ihnen blieben nur 3 Orbitalstationen übrig. Die restlichen 17 Anlagen, manche davon gewaltiger als alle 3 der Nephilim, waren unter Enlils Herrschaft und beherbergten tausende von kampfbereiten Elohimschiffen.
Außerdem irritierten ihn die wissenschaftlichen Berichte. Der Planet erwärmte sich konstant und es schien nicht zu stoppen zu sein. Das ewige Eis würde schmelzen und nach den Berechnungen der Elohim würde das Schmelzwasser alles Leben auf dem Planeten auslöschen.
Enki packte einige Pläne ein und bestieg ein Merkabha, mit dem er zu einer menschlichen Siedlung nahe des ehemaligen Labors "Eden" flog, dass nun mittlerweile zerstört unter Tausenden von Tonnen Erdreich lag. Als er ankam, schritt er rasch durch die Gassen und ignorierte alle Menschen, die sich ehrwürdig vor ihrem Gott niederwarfen. Er erkundigte sich nach dem Aufenthalt von Noe und fand den Menschen schließlich auf einer Wiese stehend, Schafe hütend.
"Noe" rief Enki schon von Weitem.
Noe hört die Stimme, drehte sich bedächtig um und fiel dann erschrocken auf die Erde, sein Gesicht fast den Boden berührend.
"Das ist nicht nötig, steh auf Noe" sagte Enki schließlich, als er ankam und Noe auf die Beine half.
"Großer Gott Enki, was verschafft mir Unwürdigem die Ehre?" fragte Noe.
"Du bist ein gottgläubiger Mann und treuer Anhänger meinerseits. Deshalb habe ich eine besondere Aufgabe für dich. Hier," sagte Enki und reichte Noe dabei die mitgebrachten, für Menschen verständlich geschriebenen Pläne, "du musst dieses Schiff bauen. Die nötigen Materialien dafür kannst du dir in Larak-Stadt abholen, die Seraphim dort werden sie dir zeigen und beim Bau helfen. Dann nimm die kleinen Behälter gefüllt mit Blut der Tiere an dich, verstaue sie all in dem Schiff, bring deine Frau und Kinder mit und besteige es in 4 Monaten und 3 Tagen, hörst du?"
Noe sah ihn verwirrt an, doch wagte nicht, ob seiner Zweifel diesen Anweisungen gegenüber, irgendein Widerwort zu leisten.
"Ja oh Herr!" antwortete er Enki, "Doch wozu?"
"Gott Enlil wird eine Flut als Strafe schicken" erfand Enki, um die Tatsachen plausibel für den Menschenverstand darzustellen, "diese Flut wird die Welt überschwemmen und alles Leben vernichten. Doch mit diesem Boot, diesem Schiff, kann das Leben weitergehen".
Noe, der noch immer verwirrt aussah, wagte nicht die Worte des Gottes Enki anzuzweifeln und nahm die Pläne an sich.
"Ich werde dieses Schiff tapfer für meinen Gott Enki steuern!" sagte er mutig.
"Das ist gut. Beeile dich mit dem Bau und gehe rasch nach Larak-Stadt. JETZT" befahl Enki und Noe eilte davon, um seiner Frau und seinen Kindern die freudige Botschaft ob der großen und wichtigen Mission des Gottes Enki beizubringen.
"Das Schiff steuern. Natürlich..." dachte sich Enki, als er zurück zu seinem Merkabha ging. "Wenn wir wirklich einem Menschen die Kontrolle überlassen würden, würde das Unterseeboot innerhalb von Sekunden gegen einen Berg rasen. Nein lieber Noe...du bist nur ein genetisches Transportmittel für die Gene der Menschen und zur Überwachung der Blutproben der Tiere...".

Offenes Weltall

Die Nemesis raste mit Höchstgeschwindigkeit zurück nach Sippar. Enlil hatte ihnen, aufgrund des langen Ausbleibens des Kontaktes zur Heimatwelt, befohlen hinzufliegen und nachzusehen was das Problem sei. Mammi, Kommandantin der Nemesis, war auf Vieles gefasst gewesen. Doch nicht auf das, was sie bei ihrer Ankunft gesehen und was die Daten erfasst hatten.
Antimateriewaffen?!
Ihr Volk hatte sich wirklich weiter entwickelt, während sie zusammen mit Enlil und anderen auf Sippar tätig waren.
Weiterentwickelt und vernichtet.
Das trifft es leider besser.

Krake

Das Meeresfrüchtchen

User Status

Du bist nicht angemeldet.

iRead

Aktuelle Beiträge

table.lfmWidgetchart_5248a 73cdee5ded2ec567beaf77aabb 7...
table.lfmWidgetchart_5248a 73cdee5ded2ec567beaf77aabb 7...
Alhym - 11. Mai, 23:32
Hirnfreie Dichtung
Eins Zwei Drei Vier Fünf Sechs Sieben Du hast es also...
Alhym - 8. Mai, 19:40
Ode an Set Abominae
Set Abominae dürfte in unserer Geschichte ziemlich...
Alhym - 22. Sep, 01:52
T.S. Eliot
Where is the wisdom we have lost in knowledge? Where...
Alhym - 8. Sep, 16:53
Man träumt nicht, wenn...
Man träumt nicht, wenn man im Sterben liegt. Ich erwache...
Alhym - 24. Aug, 23:47

Suche

 

Status

Online seit 7027 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 11. Mai, 23:32

Credits


Arú
Erben der Erde
Pangäa
Philosophie
Uriel
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren