Die göttliche Knospe
Planet Bad-Tibira
Offener Ozean
Ein kleines, aber gut ausgerüstetes, Fischerboot trieb auf dem offenen Ozean der Weltmeere von Bad-Tibira. Ein Vater, ein sehr erfahrener Fischer und bootskundiger Seefahrer, und sein Sohn betrachteten gelangweilt die in einer Reihe aufgestellten, verschiedenartigen Angeln, alle ausgerüstet mit unterschiedlichen Ködern.
Das Boot selbst bewegte sich langsam vorwärts, um so eine kleine Bewegung der Köder zu erzeugen, die die Fische an reale Beute denken lassen sollte anstatt unbeweglicher und offensichtlicher Fallen.
Die Sonne stand hoch am Horizont und der Vater blickte zu ihr auf.
Sie war auf dem Planeten das heilige Symbol für Nugig, dem Gottherrscher auf Bad-Tibira.
Nachdem dieser und weitere Götter vor vielen Jahrtausenden hier gelandet waren, waren sie vor einigen Monaten zurückgekommen und behaupteten ihr Herrschaftsrecht über den Planet und sein Volk erneut. Das Volk von Bad-Tibira freute sich, dass ihre Götter endlich zurückgekommen waren, doch diese interessierten sich nicht wirklich für die Belange des Volkes wie Missernten oder Krankheiten. Die Götter blieben eher unter sich und erklärten einige Regionen von Bad-Tibira zu einem heiligen Sperrgebiet, dass unter keinem Umständen von einem ihre Anhänger betreten werden dürfe.
Das Boot segelte in der Nähe einer solche Zone, doch der Vater dachte sich, dass die allmächtigen Götter schon nichts dagegen haben werden, wenn ein einfacher Fischer mit seinem Sohn hier angeln würde. Immerhin waren sie allmächtig, sie konnten sich soviel Fisch holen, wie sie nur wollten, und all dies scheinbar ohne jegliche Mühe.
Außerdem war weit und breit nichts zu sehen am Horizont, was irgendwie auch nur entfernt an ein heiliges Symbol oder eine heilige Stätte der Götter erinnerte. Deshalb machte sich der Vater keine großen Sorgen deswegen.
"Hach" seufzte der Sohn gelangweilt.
"Hm?" fragte der Vater nach, "alles in Ordnung?"
"Das ist extrem langweilig, fischen..." seufzte der Sohn weiter und sah leicht grummelig aus.
"Tut mir leid, Sohnemann. Damit verdienen wir nun mal unser Geld seid Generationen und ich hoffe, auch du wirst diese Tradition fortsetzen. Auch wenn dir gerade jetzt eventuell andere Gedanken durch den Kopf gehen"
"Was meinst du damit?" wollte der gelangweilte Sohn wissen.
"Mädchen, was sonst. Ich bin mir sicher, dass dir in deinem Alter gewisse Veränderungen am anderen Geschlecht auffallen werden" lächelte der Vater verständnisvoll bei dem Versuch, ein Gespräch über Sexualaufklärung mit seinem Sohn anzuzetteln.
"Ach Vater!" sagte der Sohn, "darüber will ich wirklich nicht mit dir reden!"
"Oh. Auch gut" sagte der Vater enttäuscht.
"Fischen ist halt einfach nur langweilig" sagte der Sohn.
"Oh? Damit bring ich unser täglich Brot auf den Tisch und du findest es langweilig? Was könnte man denn sonst noch tun, was viel spannender wäre?" fragte der Vater nun leicht gehässig.
"Ich weiß nicht, etwas anderes halt. Ich könnte Baumeister werden oder...ein Sportler. Oder vielleicht sogar Diener der Götter in den heiligen Tempeln, aber Fischen...das ist so öde. Ich kann den Geruch von Fisch schon fast garnicht mehr ertragen" jammerte daraufhin der Sohn weiter, als beide kurze in leichtes Kribbeln im Körper verspürten und sich nichts dabei dachten. Es war wohl eine kleine Windbrise gewesen und obwohl sie keiner von beiden gespürt hatte, waren sie sicher, dass der jeweils andere es sicher gespürt hatte, da niemand was Besonderes sagte.
"Fischen kann aber auch sehr herausfordernd und spannend sein. Siehst du, du brauchst je nach Fisch sehr viel Wissen, über dessen Verhalten, über richtige Köder, richtige Angelmethode und natürlich richtige Fischplätze und -zeiten" fuhr der Vater fort, nun in einem fischerlichen Hoch.
Daraufhin riss der Sohn seine Augen verwundert auf und der Vater freute sich über das plötzlich Interesse des Sohns.
"Siehst du, es ist doch garnicht so langweilig. Du kannst zum Beispiel nur Kleefliegen oder gewisse Libellenarten verwenden um Karonifische zu fangen, aber auch nur, wenn es nicht schon allzu dunkel ist und wenn du diese Köder leicht in Bewegung hältst. Machst du einen kleinen Fehler, kommst du ohne Fisch zurück, damit ohne Geld und deine Familie muss hungern. Siehst du, du trägst viel Verantwortung".
Dem Sohn stand nun mittlerweile sein Mund offen. Es schien so, als wollte er etwas sagen wollen, doch es blieb ihm im Hals stecken.
Der Vater war voller Freude ob der unerwarteten und schieren Begeisterung seines Sohnes für das Fischen. Er lächelte ihn an, als er ihm gerade die Tricks und Kniffe zum Fangen der wirklich großen Fische, ein altes Familiengeheimnis, verraten wollte.
Doch der Sohn hieb nur, mittlerweile kreidebleich, einen Arm und deutete auf etwas hinter dem Vater, der entgegen der Fahrtrichtung saß.
"Oh mein...Gott" stammelte der Sohn erstaunt und voller Ehrfucht, als das Boot plötzlich gegen ein Objekt stieß und Vater und Sohn wild durchgeschüttelt wurden.
Als sich der Vater wieder aufrichtete, bemerkte er, dass etwas ein Loch in das Boot gerissen hatte, dass nun langsam zu sinken begann. Er blickte auf und sah vor sich eine große, mit wenigen zackigen Ausstülpungen versehene und schwarze Wand.
Der Vater gab sich schließlich richtig Mühe und sah an der gigantischen Wand empor.
Er erkannte eine Struktur, die entfernt an eine Knospe erinnerte. Spitzzulaufende Ausstülpungen brachen aus der Struktur aus, um sich weiter oben wieder an sie anzuschmiegen. Von der Spitze bis zur breiten Basisfläche der Struktur war diese durchzogen von weiß schimmernden Strängen. Sie sahen fast aus wie Perlmutt und schimmerten ähnlich, doch schienen sie aus einer Art Kristall oder Glas zu bestehen.
Ehrfürchtig vor diesem offensichtlich göttlichem Heiligtum stehend, dass vorher nicht zu sehen gewesen war, obwohl man es sehen hätte müssen, bemerkte der Vater jedoch das rasch im Boot ansteigende Wasser.
Er wurde von Panik um ihr Leben gepackt, da er nicht wirklich auf den Fall einer Kenterung vorbereitet war. Sie waren mitten am Ozean, kein Boot oder sonstwas war in Sicht, bis auf diese gigantische göttliche Knospe und der Vater war sich sicher, dass sie beide hier sterben würden.
In Todesangst warf sich der Vater auf die Knie und zwang auch seinen Sohn nun zu beten, vor diesem göttlichen Heiligtum. Vielleicht hörte sie ja ein Gott und könnte ihnen helfen.
Der Vater betete um das Leben von beiden. Er rief alle Götter um Hilfe an die er kannte und flehte sie an, das Leben von ihn und seinem Sohn zu verschonen.
Doch kein schwarzer Flugvogel der Götter tauchte auf, noch zeigte sich plötzlich ein Gott wie aus dem Nichts, noch kam irgendeine Antwort aus mysteriösen Objekten, eine Stimme ohne Körper, die Seele eines Gottes.
Als beiden das Wasser bis zum Hals stand, wurden sie plötzlich von einem bläulichen Strahl, ausgehend von der heiligen Knospe erfasst und verschwanden Sekunden später.
Sie fanden sich völlig durchnässt in einem großen Raum wieder, der eine komplette Reihe an Fenster aufwies. Sie starrten gebannt auf das vor ihnen liegende offene Meer und wussten, dass sie sich nur an einem Ort befinden konnten. Die heilige Knospe des Lebens hatte sie in ihrem Schoß aufgenommen um sie dort zu beschützen. Das Symbol des Lebens hat ihnen das Leben gerettet.
Schließlich sagte eine Stimme hinter ihnen "Hach, wieso können Lebewesen nicht einmal auf das hören, was ihre Götter ihnen befehlen".
Der Vater drehte sich um und blickte seine hohe Gottheit Nugig an.
Geschockt vor Ehrfurcht wollte er etwas sagen, irgendetwas. Er hatte noch nie wirklich einen Gott gesehen, nur davon gehört, und nun stand ein leibhafter Gott vor ihm und hatte ihm und seinem Sohn das Leben gerettet.
"Trocknet euch erstmal ab" sagte Nugig freundlich und Engel, die Diener der Götter, kamen und führten die beiden hinfort.
Nugig ging zu der Fensterreihe und blickte auf den Ozean hinaus.
"Was für ein schöner Planet das doch ist" dachte er traurig.
Offener Ozean
Ein kleines, aber gut ausgerüstetes, Fischerboot trieb auf dem offenen Ozean der Weltmeere von Bad-Tibira. Ein Vater, ein sehr erfahrener Fischer und bootskundiger Seefahrer, und sein Sohn betrachteten gelangweilt die in einer Reihe aufgestellten, verschiedenartigen Angeln, alle ausgerüstet mit unterschiedlichen Ködern.
Das Boot selbst bewegte sich langsam vorwärts, um so eine kleine Bewegung der Köder zu erzeugen, die die Fische an reale Beute denken lassen sollte anstatt unbeweglicher und offensichtlicher Fallen.
Die Sonne stand hoch am Horizont und der Vater blickte zu ihr auf.
Sie war auf dem Planeten das heilige Symbol für Nugig, dem Gottherrscher auf Bad-Tibira.
Nachdem dieser und weitere Götter vor vielen Jahrtausenden hier gelandet waren, waren sie vor einigen Monaten zurückgekommen und behaupteten ihr Herrschaftsrecht über den Planet und sein Volk erneut. Das Volk von Bad-Tibira freute sich, dass ihre Götter endlich zurückgekommen waren, doch diese interessierten sich nicht wirklich für die Belange des Volkes wie Missernten oder Krankheiten. Die Götter blieben eher unter sich und erklärten einige Regionen von Bad-Tibira zu einem heiligen Sperrgebiet, dass unter keinem Umständen von einem ihre Anhänger betreten werden dürfe.
Das Boot segelte in der Nähe einer solche Zone, doch der Vater dachte sich, dass die allmächtigen Götter schon nichts dagegen haben werden, wenn ein einfacher Fischer mit seinem Sohn hier angeln würde. Immerhin waren sie allmächtig, sie konnten sich soviel Fisch holen, wie sie nur wollten, und all dies scheinbar ohne jegliche Mühe.
Außerdem war weit und breit nichts zu sehen am Horizont, was irgendwie auch nur entfernt an ein heiliges Symbol oder eine heilige Stätte der Götter erinnerte. Deshalb machte sich der Vater keine großen Sorgen deswegen.
"Hach" seufzte der Sohn gelangweilt.
"Hm?" fragte der Vater nach, "alles in Ordnung?"
"Das ist extrem langweilig, fischen..." seufzte der Sohn weiter und sah leicht grummelig aus.
"Tut mir leid, Sohnemann. Damit verdienen wir nun mal unser Geld seid Generationen und ich hoffe, auch du wirst diese Tradition fortsetzen. Auch wenn dir gerade jetzt eventuell andere Gedanken durch den Kopf gehen"
"Was meinst du damit?" wollte der gelangweilte Sohn wissen.
"Mädchen, was sonst. Ich bin mir sicher, dass dir in deinem Alter gewisse Veränderungen am anderen Geschlecht auffallen werden" lächelte der Vater verständnisvoll bei dem Versuch, ein Gespräch über Sexualaufklärung mit seinem Sohn anzuzetteln.
"Ach Vater!" sagte der Sohn, "darüber will ich wirklich nicht mit dir reden!"
"Oh. Auch gut" sagte der Vater enttäuscht.
"Fischen ist halt einfach nur langweilig" sagte der Sohn.
"Oh? Damit bring ich unser täglich Brot auf den Tisch und du findest es langweilig? Was könnte man denn sonst noch tun, was viel spannender wäre?" fragte der Vater nun leicht gehässig.
"Ich weiß nicht, etwas anderes halt. Ich könnte Baumeister werden oder...ein Sportler. Oder vielleicht sogar Diener der Götter in den heiligen Tempeln, aber Fischen...das ist so öde. Ich kann den Geruch von Fisch schon fast garnicht mehr ertragen" jammerte daraufhin der Sohn weiter, als beide kurze in leichtes Kribbeln im Körper verspürten und sich nichts dabei dachten. Es war wohl eine kleine Windbrise gewesen und obwohl sie keiner von beiden gespürt hatte, waren sie sicher, dass der jeweils andere es sicher gespürt hatte, da niemand was Besonderes sagte.
"Fischen kann aber auch sehr herausfordernd und spannend sein. Siehst du, du brauchst je nach Fisch sehr viel Wissen, über dessen Verhalten, über richtige Köder, richtige Angelmethode und natürlich richtige Fischplätze und -zeiten" fuhr der Vater fort, nun in einem fischerlichen Hoch.
Daraufhin riss der Sohn seine Augen verwundert auf und der Vater freute sich über das plötzlich Interesse des Sohns.
"Siehst du, es ist doch garnicht so langweilig. Du kannst zum Beispiel nur Kleefliegen oder gewisse Libellenarten verwenden um Karonifische zu fangen, aber auch nur, wenn es nicht schon allzu dunkel ist und wenn du diese Köder leicht in Bewegung hältst. Machst du einen kleinen Fehler, kommst du ohne Fisch zurück, damit ohne Geld und deine Familie muss hungern. Siehst du, du trägst viel Verantwortung".
Dem Sohn stand nun mittlerweile sein Mund offen. Es schien so, als wollte er etwas sagen wollen, doch es blieb ihm im Hals stecken.
Der Vater war voller Freude ob der unerwarteten und schieren Begeisterung seines Sohnes für das Fischen. Er lächelte ihn an, als er ihm gerade die Tricks und Kniffe zum Fangen der wirklich großen Fische, ein altes Familiengeheimnis, verraten wollte.
Doch der Sohn hieb nur, mittlerweile kreidebleich, einen Arm und deutete auf etwas hinter dem Vater, der entgegen der Fahrtrichtung saß.
"Oh mein...Gott" stammelte der Sohn erstaunt und voller Ehrfucht, als das Boot plötzlich gegen ein Objekt stieß und Vater und Sohn wild durchgeschüttelt wurden.
Als sich der Vater wieder aufrichtete, bemerkte er, dass etwas ein Loch in das Boot gerissen hatte, dass nun langsam zu sinken begann. Er blickte auf und sah vor sich eine große, mit wenigen zackigen Ausstülpungen versehene und schwarze Wand.
Der Vater gab sich schließlich richtig Mühe und sah an der gigantischen Wand empor.
Er erkannte eine Struktur, die entfernt an eine Knospe erinnerte. Spitzzulaufende Ausstülpungen brachen aus der Struktur aus, um sich weiter oben wieder an sie anzuschmiegen. Von der Spitze bis zur breiten Basisfläche der Struktur war diese durchzogen von weiß schimmernden Strängen. Sie sahen fast aus wie Perlmutt und schimmerten ähnlich, doch schienen sie aus einer Art Kristall oder Glas zu bestehen.
Ehrfürchtig vor diesem offensichtlich göttlichem Heiligtum stehend, dass vorher nicht zu sehen gewesen war, obwohl man es sehen hätte müssen, bemerkte der Vater jedoch das rasch im Boot ansteigende Wasser.
Er wurde von Panik um ihr Leben gepackt, da er nicht wirklich auf den Fall einer Kenterung vorbereitet war. Sie waren mitten am Ozean, kein Boot oder sonstwas war in Sicht, bis auf diese gigantische göttliche Knospe und der Vater war sich sicher, dass sie beide hier sterben würden.
In Todesangst warf sich der Vater auf die Knie und zwang auch seinen Sohn nun zu beten, vor diesem göttlichen Heiligtum. Vielleicht hörte sie ja ein Gott und könnte ihnen helfen.
Der Vater betete um das Leben von beiden. Er rief alle Götter um Hilfe an die er kannte und flehte sie an, das Leben von ihn und seinem Sohn zu verschonen.
Doch kein schwarzer Flugvogel der Götter tauchte auf, noch zeigte sich plötzlich ein Gott wie aus dem Nichts, noch kam irgendeine Antwort aus mysteriösen Objekten, eine Stimme ohne Körper, die Seele eines Gottes.
Als beiden das Wasser bis zum Hals stand, wurden sie plötzlich von einem bläulichen Strahl, ausgehend von der heiligen Knospe erfasst und verschwanden Sekunden später.
Sie fanden sich völlig durchnässt in einem großen Raum wieder, der eine komplette Reihe an Fenster aufwies. Sie starrten gebannt auf das vor ihnen liegende offene Meer und wussten, dass sie sich nur an einem Ort befinden konnten. Die heilige Knospe des Lebens hatte sie in ihrem Schoß aufgenommen um sie dort zu beschützen. Das Symbol des Lebens hat ihnen das Leben gerettet.
Schließlich sagte eine Stimme hinter ihnen "Hach, wieso können Lebewesen nicht einmal auf das hören, was ihre Götter ihnen befehlen".
Der Vater drehte sich um und blickte seine hohe Gottheit Nugig an.
Geschockt vor Ehrfurcht wollte er etwas sagen, irgendetwas. Er hatte noch nie wirklich einen Gott gesehen, nur davon gehört, und nun stand ein leibhafter Gott vor ihm und hatte ihm und seinem Sohn das Leben gerettet.
"Trocknet euch erstmal ab" sagte Nugig freundlich und Engel, die Diener der Götter, kamen und führten die beiden hinfort.
Nugig ging zu der Fensterreihe und blickte auf den Ozean hinaus.
"Was für ein schöner Planet das doch ist" dachte er traurig.
Alhym - 1. Dez, 22:46


