Eigentumsrechte

Roswell
New Mexico
USA, 1947


Eine Lichtexplosion erhellt die dunkle, sternenklare Nacht und kurz darauf ist ein Donnern und Grollen zu hören.
Die Kühe, die vormals ruhig im Stall geschlafen hatten, sind auf einmal in Panik und geben angsterfüllte Laute von sich, während sie versuchen aus ihren Miniatur-Gefängnissen auszubrechen. Vögel in den wenigen Bäumen dieser Steinwüste wachen auf und fliegen panisch davon, als ein rotglühender Feuerball vom Himmel stürzt und beim Aufprall auf die Erde ein Bild des Chaos hinterlässt.
Der aufgewirbelte Staub ist mehrere hundert Grad heiß und würde jede Lunge sofort innerlich versengen. Zum Glück war noch niemand in der Nähe dieses Ereignisses, noch nicht.
Als sich der Staub legt wird eine grau-schimmernde und scheibenförmige Struktur erkennbar. Diese weist viele Beschädigungen auf und ist an einer Seite komplett aufgerissen. Tote, halb verstümmelt und verbrannte kleine graue Leichen liegen verstreut um das Objekt, während aus dem Riss in der Struktur mit letzter Kraft eine weitere kleine graue Gestalt hervorkriecht und sich mühsam auf dem steinigen Wüstenboden entlangschleppt. Jeder kleine Strauch oder Grashalm wirkt wie ein Berg, ein unüberwindbares Hindernis für diese Gestalt. Nicht wissend, wohin sie eigentlich kriechen soll, bricht diese voller Schmerz bewusstlos am Boden zusammen.
Einige Stunden später erwacht die Gestalt wieder, gefesselt in einem Bett in einem kühl eingerichteten, sterilen Raum. Ihr unbekannte Geräte wurden an sie angeschlossen und noch immer empfindet sie schwere Schmerzen, als sie Gestalten um sich herum erkennt, die sie erschrocken beobachten.
Das hätte eigentlich nicht passieren sollen.
Eigentlich sollten sie die Beobachter dieser Wesen sein und nicht umgekehrt, wie es nun der Fall war. Dies gefiel der Gestalt überhaupt nicht. Sie konnte kaum klar denken vor Schmerzen, als weitere, anscheinend bewaffnete und grün angezogene Wesen in den Raum stürmten und panisch sowie teils ehrfürchtig die verwundete Gestalt beobachteten.
Fragen werden der Gestalt an den Kopf geworfen, die sie zwar versteht, aber so tut, als würde sie das nicht. Wer weiß, was diese Wesen hier noch tun würden, nur um Antworten zu erhalten, wenn sie wüssten, dass die Gestalt sie verstehen könnte. Allein die Tatsache, was diese Wesen mit sich selbst tun und wie sie mit anderen Wesen auf diesem Planeten umgehen ist grund genug, sich dumm zu stellen.
Die anderen Wesen versuchen noch mit ihren primitiven medizinischen Mitteln die Gestalt am Leben zu erhalten, doch es hat keinen Sinn. Die Wunden sind zu stark und die physische Anatomie der Gestalt viel zu fremd.
Die letzten Worte, die das Wesen hört, bevor es endlich sterben kann, sind „Ich dachte Russen sehen aus wie wir“.
Viele Jahre später sind sich diese beiden Kulturen keine nicht mehr so Fremden, jedenfalls inoffiziell auf diesem Planeten. Da doch ein gewisses feindliches Potential dieses Planet gegen die außerirdischen Besucher besteht, hatte man sich auf eine Art Nicht-Angriffspakt geeinigt. Die Wesen durften Menschen entführen zwecks Untersuchungen und einige wenige, eigentlich wertlose aber wertvoll scheinende Technologien wurden den Wesen aus dieser Nation übergeben. Man verbot ihnen zwar zuerst auch mit anderen Nationen in Kontakt zu treten, vor allem den Russen, doch die außerirdischen Gestalten hielten sich nicht daran.
Und so startete heute ein Raumschiff der Wesen, dass von den Bewohnern dieses Planeten als „UFO“ bezeichnet wird, von den Wesen jedoch „Yovra“ genannt wird, von einem Ort namens „Area 51“ gen Himmel und Weltall. Einige Dinge mussten geklärt werden. So gefiel den Außerirdischen zum Beispiel die potentielle nukleare Verschmutzungsgefahr des Weltalls, die von diesem Planeten ausging ganz und gar nicht und als Absicherung, dass die Bewohner dieses Planeten ihre Waffen nicht einsetzten, wurde ein weiteres kleines Technikdetail gehandelt.
Zufrieden über den Handel kletterte das Yovra gen Himmel und erreichte schließlich das Weltall, als plötzlich die Sensoren des Yovras Alarm schlugen aufgrund eines unidentifizierten Raumschiffes, dass sich rasch der Position des Yovras näherte.
„Bericht“ forderte der Captain des Yovras vom biologischen Computer und dieser analysierte das fremde Raumschiff.
„Rasse: unbekannt. Bauart: unbekannt. Noch kein Kontakt“ antwortete der Computer.
„Stand der Technologie?“ fragte der Captain des Yovra nach, um mögliche Bedrohungen und Abwehr- bzw. Angriffstechniken für den Fall der Fälle abschätzen zu können.
„Unbekannt“ antwortete der biologische Computer, was den Captain stutzig werden ließ.
„Definiere unbekannt. Weniger entwickelt als wir, ungefähr gleich, besser entwickelt? Definiere unbekannt“ forderte der Captain.
Der Computer stellte kurze Berechnungen an und der biologische Teil des Computers dachte kurz nach, als schließlich die Antwort kam.
„Unbekannt. Art des Raumschiffes: unbekannt. Verwendete Technologie: unbekannt. Antriebssystem: unbekannt. Waffensystem: unbekannt. Jegliche weitere Technologie dieses Raumschiffes: unbekannt und nicht identifizierbar“.
Diese Nachricht hatte das Interesse des Captains deutlich erhöht und er forderte seine Mannschaft auf, sich auf alles Mögliche vorzubereiten.
Er ordnete an, dass mit allen ihnen bekannten Transmissionsmöglichkeiten eine zunächst friedliche Botschaft an das fremde Raumschiff gesandt werden sollte.
Nachdem nichts weiter passierte, kam überraschend dann doch eine Antwort vom Raumschiff.
„Sie werden diesen Planeten unverzüglich verlassen. Sie werden jegliche Technologie von sich mitnehmen und diesen Planeten nie wieder besuchen. Er ist unser Eigentum“ forderte eine strenge, kalt klingende Stimme.
Zwar gehörte die Besatzung des Yovra-Raumschiffes zu einer Rasse, die jegliche Emotionen im Laufe der Zeit verloren hatte und nun selbst kalt und herzlos klang. Doch diese Stimme klang so, als würde sie theoretisch Dinge wie Moral, Anstand und Gefühle besitzen, doch hätte sich dazu entschlossen, diesen ganzen Ballast über Bord zu werfen.
„Mit wem haben wir es hier zu tun?“ ließ der Captain eine Antwort übermitteln.
„Den Eigentümern dieses Planeten“ antwortete das fremde Raumschiff, „Ihnen sollten Teile unserer Technologie bereits auf diesem Planeten aufgefallen sein.“
Dies stimmte. Die Besatzung des Yovra-Raumschiffes hatte mithilfe ihrer Sensoren unbekannte Technologien auf dem Planeten entdeckt. Diese waren teils verschüttet oder auf den Meeresgrund gesunken, dennoch waren sie da. Damals konnte nicht entschlüsselt werden, um was für Technologien es sich handelt. Doch heute schien es wirklich so, dass die unbekannten Technologien auf dem Planeten mit dem unbekannten und unidentifizierbaren Raumschiff zu tun hatten.
„Wir haben Beziehungen zu dem Volk auf diesem Planeten. Wir werden diese nicht abbrechen, nur, weil Sie das von uns verlangen“ schickte der Captain eine Antwort zurück und ließ dabei sicherheitshalber alle Waffensystem das fremde Schiff erfassen.
„Sie werden abziehen oder Sie werden vernichtet werden“ kam die prompte Antwort.
Aufgrund dieser offensichtlichen Drohung befahl der Captain sofort auf das fremde Raumschiff zu feuern und es zu vernichten. Jedes Waffensystem feuerte mit voller Stärke auf das fremde Raumschiff und als die Strahlen, fremdartigen Raketen und weitere Waffentechniken das fremde Raumschiff trafen, schien es so, als würde dessen Hülle jegliche Energie der Waffen einfach absorbieren. Nachdem der Angriff eingestellt wurde, hing das Raumschiff noch immer ruhig wie zuvor im Weltall, ohne jeglichen Kratzer oder sonstige Beeinträchtigungen. Der Captain wurde langsam leicht nervös.
„Wie Sie vielleicht merken, dürften wir wohl die höher entwickelte Rasse sein“ sagte die Stimme am anderen Bord des Raumschiffes, „Sehen Sie, wenn man jemanden überraschend angreifen will, dann muss man vorher genau analysieren wie das fremde Raumschiff aufgebaut ist. Wie es funktioniert und wo dessen Schwachstellen sind. Man lotet eigene Waffensystem mit denen des Raumschiffs ab und vergleicht Verteidigungseinrichtungen, berechnet dann seine Chancen. Sehen Sie diese Erklärung als gratis Lektion an, wie man es richtig macht. Und da manche Wesen schwer von Begriff sind, wenn nur rein theoretisch spekuliert wird, lassen Sie mich sagen, dass wir ihr Raumschiff genau analysiert haben. Sehr genau. Sehen Sie selbst“.
In diesem Augenblick feuerte das fremde Raumschiff einen kurz andauernden, blauen Strahl auf das Yovra ab, dass daraufhin sofort begann jegliche Bindung zwischen den Atomen aufzuheben und so buchstäblich in seine Atome zerbröselte. Die hilflose Besatzung des Yovras trieb im freien Weltall, gepeinigt von Erstickungsanfällen und aus den Körperöffnungen herausschießendem Blut aufgrund des fehlenden Druckes im Weltall.
„Sehen Sie, so macht man das“ sagte die Stimme an Bord des fremden Raumschiffes. Daraufhin drehte sich der Mann zu einem Besatzungsmitglied um.
„Landen. Auf diesem...Zipfel da.“ sagte er.
„Laut Datenbank des fremden Raumschiffes wird diese Nation, eine Untergliederung der Rasse in willkürliche Regionen und Zugehörigkeiten auf dem Planeten, als Indien bezeichnet.“ antwortete der Mann.
„Indien, Zipfel. Was auch immer, landen im Wasser. Tarnung aktivieren, Lichtblase aktivieren. Wir wollen nicht entdeckt werden.“
„Verstanden“ antwortete der Mann.
„Gut. Dann wie üblich fortfahren“ fügte der Captain des fremden Raumschiffes hinzu. „Sollten noch andere Wesen dieser Art auf unserem Planeten sein, vernichten.“
„Verstanden“.
„Wir lassen uns Eridu-Qa nicht wegnehmen“ grummelte der Captain und besah kurz eine auf einem Monitor eingeblendete Struktur.
„Wann ist das Letzte für diesen Planeten fertig gebaut?“ fragte er beiläufig eine andere Person.
„In ungefähr 32 Etons, Sir“ antwortete die Person.
„Gut“ sagte der Captain und lächelte dabei süffisant „Bringt dann wie gewohnt alle 10 AF-Hyperthalions in Position um den Planeten und baut die Pangäa-Einheit unbemerkt irgendwo auf, zum Beispiel auf einem der Pole von Eridu-Qa“
„Ja, Sir“.
„Eine Frage noch. Wie nennen die Bewohner von Eridu-Qa den Planeten eigentlich?“
„Laut Datenbank des fremden Raumschiffes nennen sie ihn Erde“ antwortete ein Crewmitglied.
Der Captain schmunzelte kurz.
„Erde...was für ein dämlicher Name für Eridu-Qa“ sagte er und das Raumschiff der Antiker senkte sich langsam in Richtung indischen Ozeans hinab, unbemerkt von jeglichen Satelliten und Radareinrichtungen.
Qbert - 29. Nov, 08:07

rasse...

"Wie Sie vielleicht merken, dürften wir wohl die höher entwickelte Rasse sein"

Ich würde da nicht das Wort "Rasse" dazu nehmen, ich glaube nicht dass jede rasse von sich so reden würde *g*
aber enn du meinst das gehört sich so weil sie ja super logisch und gefühlslos sind, ok ;)

Krake

Das Meeresfrüchtchen

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